MK Logo
Aktuelles
Logo DMB
Aktuelles
Seitennavigation
Externe Links
Wetter
         
 
Rund um martime Geschehnisse / Meldungen / Betrachtungen

Deutschland – ein maritimer Standort

Deutschlands Marine hat kein einsatzfähiges U-Boot mehr

Deutsche Uboote liegen in Eckernförde vor Anker: Fehlende Seetüchtigkeit! Foto: dpa

KIEL. Bis Mitte 2018 stehen der deutschen Marine keine einsatzfähigen U-Boote zur Verfügung. Nach einem Unfall von U-35 bei einer Testfahrt vor der norwegischen Küste liegt nun auch das letzte der sechs Unterseeboote zur Reparatur in der Kieler Werft Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS). „Bei einem Tauchmanöver zur Tiefwassererprobung stieß U-35 mit dem X-Ruder wohl gegen einen Felsen“, sagte ein Sprecher des Marinekommandos in Rostock dem Nachrichtenportal shz.de. Dabei sei eines der vier Ruderblätter stark beschädigt worden.

Die derzeit eingeschränkte Verfügbarkeit sei unter anderem auf die unvollständige Herstellung der Versorgungsreife zurückzuführen, teilte die Marine mit. Die Versorgungsreife ist erreicht, wenn ein für die Nutzungsdauer aller U-Boote ausreichender Ersatzteilvorrat vorhanden ist. Aufgrund der Sparzwänge in den vergangenen 25 Jahren sei es nicht möglich gewesen, dies zu gewährleisten.
Quelle: Wochenzeitung Junge Freiheit, Ausgabe 23.Oktober 2017

 

„Rheinland-Pfalz“ in Hamburg getauft

01.06.2017

Die vierte und letzte Fregatte der Klasse 125 (F125) für die Deutsche Marine ist am Hamburger Standort von thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) auf den Namen „Rheinland-Pfalz" getauft worden.

Die vierte F125-Einheit soll 2020 in Dienst gestellt werden. Der Neubau soll im Frühjahr 2020 an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr übergeben werden.

Die 149 m lange und 18 m breite „Rheinland-Pfalz" mit einer Verdrängung von ca. 7000 t soll eine Höchstgeschwindigkeit von über 26 kn erreichen. Die Besatzungsstärke wird mit max. 190 Personen angegeben (davon bis zu 120 Personen Stammbesatzung). Mit den vier Fregatten der Klasse 125 beginnt die Ablösung der acht Fregatten der Klasse 122 (Typschiff „Bremen") der Deutschen Marine.

Quelle: Auszug aus Schiff & Hafen News

 

 

Neubauten für Antarktis-Expeditionen kommen 2019 in Fahrt

Die Expeditionsschiffe werden bei Vard gebaut

Die neuen Expeditionsschiffe von Hapag-Lloyd Cruises werden die Namen "Hanseaticnature" und "Hanseaticinspiration" erhalten.

Dies teilte die Hamburger Kreuzfahrtreederei kürzlich im Rahmen der Tourismusmesse ITB in Berlin mit. Die beiden Neubauten mit höchster Eisklasse PC6 werden von der norwegischen Vard Werft gebaut und sollen ab April bzw. Oktober 2019 für Antarktis-Expeditionen eingesetzt werden. Auch Warmwasser-Destinationen wie die Südsee und der Amazonas sollen angeboten werden.
Die 138 m langen, 22 m breiten und 5,4 m tiefgehenden 15 540 BRZ-Schiffe werden auf sieben Passagierdecks und in 120 Kabinen und Suiten über Platz für bis zu 230 Passagiere verfügen. Die Besatzungsstärke beträgt 170 Personen. Die Expeditionsschiffe sind für das Luxussegment des Kreuzfahrtmarkts konzipiert. Zu den Highlights gehören zwei ausfahrbare, gläserne Balkone und eine Marina für Wassersport-Aktivitäten. Des Weiteren befinden sich an Bord drei Restaurants sowie ein großzügiger Wellness- und Fitnessbereich.
Die diesel-elektrisch angetriebenen Schiffe werden mit moderner Umwelttechnik ausgestattet. Dazu zählt u.a. ein SCR-Katalysator, der den Ausstoß von Stickoxid um rund 95 Prozent reduziert. Eine Rumpfoptimierung und die Installation eines PROMAS-Ruders mit Spezial-Propeller tragen zur Reduzierung des Brennstoffverbrauchs bei. 16 bordeigene Zodiacs und E-Zodiacs mit umweltfreundlichem Elektroantrieb machen Anlandungen in entlegenen Expeditionsgebieten hafenunabhängig möglich. Eine weitere Besonderheit der Schiffe sind die IR-Eisdetektoren. Dabei handelt es sich um eine Infrarotkamera, die nachts und bei Nebel für die Sichtbarkeit von Eis sorgt. Auch die Möglichkeit der Landstrom-Nutzung ist vorgesehen.

Quelle: Schiffe & Hafen Ausgabe 17.03.2017

Bemerkenswerter Bericht im THB

Politik

Bund plant neue Wasserstraßen-Maut

Samstag, 15. November 2014

Planungen der Bundesregierung sehen vor, ähnlich wie auf den Bundesstraßen eine Maut für die Wasserstraßen einzuführen. Die neue Gebühr soll ab August 2018 erhoben werden.

Hintergrund ist eine Neufassung des Bundesgebührengesetzes, in dem der Bund zur „Erhebung kostendeckender Gebühren in der Schifffahrt“ verpflichtet wird. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Katherina Reiche (CDU), bestätigte jetzt entsprechende Berichte. pk

 

 

 

 

 

Das rote Schloss des deutschen Kaisers
Marineschule Mürwik: Geschichtsträchtiges Denkmal und Dauerbaustelle / 20000 Kadetten wurden in 100 Jahren in Flensburg zu Offizieren

Sie ist die Alma Mater der deutschen Seeoffiziere seit 1910 - die Marineschule in Flensburg-Mürwik. Am Freitag feiert Kaiser Wilhelms „Rotes Schloss am Meer" das 100-jährige Jubiläum, und ihr Ehrengast wird Bundespräsident Christian Wulff sein. Er nimmt an der feierlichen Vereidigung der 250 Marineoffiziersanwärter der Crew VII/2010 teil.
Hinter diesen Mauern spielte und spielt die Zeitgeschichte. Die Marineschule war ein Kind der Flottengesetze von 1898 und 1900, die letztendlich das fatale Wettrüsten zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich entzündeten. Der Kaiser brauchte für seine wachsende Schlachtflotte mehr Offiziere - die Kieler Marineschule (der heutige Landtag) platzte aus allen Nähten. Die größeren Maßstäbe auf dem Feld der großmannssüchtigen Weltpolitik wurden ab 1906 nach dem Vorbild der Marienburg des Deutschen Ordens an der Nogat in Stein gefasst: auf einem Acker am Rande Flensburgs.
Alma Mater
Seither hat jeder Seeoffizier mindestens einmal im Leben Flensburg gesehen. Und das sind nicht wenige. In den vergangenen 100 Jahren wurden in der Marineschule Mürwik über 20000 Kadetten zu Schiffsoffizieren ausgebildet. Die längste Zeit übrigens für eine Flotte, deren Aufgabe es ist, den Frieden zu wahren, nicht Kriege zu führen. Seit 1956, dem Jahr der deutschen Wiederbewaffnung, steht das „Rote Schloss" in demokratischer Tradition. Dass 2010 mit Christian Wulff das Oberhaupt eines demokratischen Staates zur Jubiläumsfeier kommt, hätte sich Kaiser Wilhelm II sicher nicht träumen lassen, als er den Neubau am 21. November 1910 seiner kriegerischen Bestimmung übergab.
Schauplatz der Weltgeschichte
Es brauchte 35 Jahre und zwei Weltkriege, ehe es damit vorbei war. Am 23. Mai 1945 wurde auf dem vor der Schule ankernden Dampfer „Patria" die letzte Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz verhaftet, die in den letzten Kriegstagen nach Flensburg geflohen war. Von hier aus war die Nachricht vom Tod des Diktators gesendet worden, von hier hatte Dönitz die Teilkapitulation mit den siegreichen Alliierten verhandelt, von hier aus die letzten verzweifelten Anstrengungen koordiniert, so viele Menschen wie möglich vor der anrückenden Roten Armee zu evakuieren. Für viele von ihnen endete die Flucht übrigens in der Marineschule, in Baracken wie dem mittlerweile ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Trampedachlager. Dem Kriegsende folgte ein kurzer Ausflug ins Zivilleben: Die Marineschule wurde Lazarett, später Pädagogische Hochschule und erst 1956 wieder Militärakademie. Was damals noch niemand ahnte: Die kaiserlichen Baumeister hatten ihren Nachfolgern eine millionenschwere Hypothek hinterlassen. Bereits in den 60er Jahren deuteten feuchte Stellen darauf hin, dass die Rekordbauzeit von nicht einmal vier Jahren einigen Tribut kosten würde. Das einschalige Mauerwerk des auf dem Fördehang exponiert stehenden Gebäudes war der norddeutschen Witterung mit seinem Schlagregen auf Dauer nicht gewachsen. 1984 begann der Bund mit der Sanierung des Gebäudes, die 26 Jahre später die stolze Summe von 67 Millionen Euro verschlungen haben sollte -das Doppelte dessen, was des Kaisers oberster Baumeister Adalbert Keim seinem Regenten für den Neubau in Rechnung gestellt hatte: Die Marineschule kostete damals 2,3 Millionen Reichsmark, dass entspricht 33 Millionen Euro.
Millionen f ü r Baupfusch
Mehr hatte der Bund eigentlich auch nicht ausgeben wollen, aber je weiter die Sanierung voranschritt, desto desaströser die Baustellen. Das zeigte sich besonders am Schulturm. Das markante Gebäudeteil 80 Meter über der Förde war akut einsturzgefährdet. Ironischerweise sorgte gerade der erwiesene Pfusch am Bau dafür, dass die Marineschule erst spät an Jahren unter Denkmalschutz gestellt wurde - und zwar im Winter 1998. Zuvor hatten sich der Landes-Denkmalpfleger Dr. Gert Kaster und die für die Sanierung zuständigen Ingenieure des Landesbauamtes ein erbittertes Gefecht über die Sanierung des Türmchens geliefert. Die Ingenieure wollten abreißen und originalgetreu neu bauen, Kaster wollte die Sanierung.
Er hatte am Ende das Nachsehen. Der Turm wurde neu gebaut - mit einem enormen Aufwand. In einer Ziegelei in der Blomeschen Wildnis bei Glückstadt wurden über 100 verschiedene Formsteine nach alten Vorgaben neu gebrannt. Von den Originalen kündet immerhin noch ein Stück Fassade, das auf Verlangen des obersten Denkmalschützers dauerhaft ausgestellt werden muss. Kaster aber vergaß die Schmach nicht.
Am 30. September 1998 stellte er die Marineschule Mürwik unter Denkmalschutz. Bei der nächsten Sanierung werden seine Nachfolger ein mächtigeres Wörtchen mitreden. Aber das kann noch dauern. Heinz Waechter, damals Chef des mit der Sanierung beauftragten Gebäudemanagements Schleswig-Holstein , gab sich damals selbstbewusst: „Wenn wir hier fertig sind, hält die Marineschule mindestens 100 Jahre."
Holger Ohlsen

Crew-Bolzen: Wenn der Knalleffekt zündet
Elefantenritt und „Jolly Roger": Fähnrichsstreiche haben an der Marineschule Tradition  

FLENSBURG Immer wenn ein Lehrgang endet, beginnt für die Kommandeure der Marineschule eine besondere Zeit. Sie ist einer dauerhaften Gefechtsbereitschaft nicht unähnlich. Irgendwo im Nebel lauert das Unbekannte, und der „Alte" auf der Brücke weiß, sein Gegenspieler wird zuschlagen. Irgendwo da draußen, seit ewig langer Zeit, Jahr für Jahr, reift in Fähnrichshirnen der Plan, der AlmaMater einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Und jeder Kommandeur kennt ihn, diesen Moment, wenn der Knalleffekt zündet. Wenn vor dem Dienstzimmer ein Reitelefant wartet, wenn eine Stripperin im Fähnrichskostüm antritt - dann ist Crewbolzen-Zeit.

Die Liste des Schabernacks ist endlos lang und längst nicht alle Crewbolzen hatten die Qualität zum unvergesslichen Evergreen. Aber eine ganze Menge der Fähnrichsstreiche haben es in die Bolzen-Akte geschafft, die im Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum für die Nachwelt geführt wird. Die Crew IV/1965 etwa, die ihren Kommandeur mit einem Kinderfest überraschte, legte mit weit über 1000 quietschvergnügten Gästen die verhängnisvolle Saat für einen zweiten Streich. Jahre später plakatierte die Crew VII /70 einen Tag der offenen Tür mit Marinemusikkorps, Erbsensuppe und Fachvorträgen für die interessierte Öffentlichkeit: Der damalige Kommandeur Ostertag war ebenso als Redner angekündigt wie besonders beliebte Hörsaalleiter. Kapitänleutnant von Hahn etwa, zum Thema: „Lohnt es sich, einen Leutnant zu heiraten?" und „Sachgerechte Anwendung der ABC-Plane im Haushalt". Gewarnt vom durchschlagenden Erfolg des Kinderfestes musste die Schulleitung den Tag der offenen Tür in einer großformatigen Zeitungsanzeige als Crewbolzen widerrufen. „Es handelt sich um einen nicht ganz durchdachten Scherz", teilte die militärische Führung mit.
1995 traten dänische Kameraden zur Musterung an, 2001 wehte statt des Bundesadlers die Piratenflagge hoch oben über dem Turm, 2004 gestalteten die Fähnriche ein Preisausschreiben („Gewinnen Sie eine Reise mit der Gorch Fock!") und legten damit das Geschäftszimmer der Schule lahm. Unvergessen blieb der Streich der Crew VII/1988, die sich vom zufällig in der Fördestadt gastierenden Zirkus Busch einen Elefanten auslieh und Flottillenadmiral Sievert zum Dienst einreiten ließ. Als Offizier und Gentleman meisterte der Kommandeur diese heikle Mission souverän. Vom Rücken des Dickhäuters lässig grüßend nahm Sievert die Parade ab. Wahrscheinlich war er erleichtert. Ein Kinderfest wäre schlimmer gewesen. 
Holger Ohlsen

Quelle: Flensburger Tageblatt Ausgabe 12.August 2010

 

 

 


 
 
     
         

(c) Marinekameradschaft "Teddy Suhren" Zweibrücken von 1990 e.V.